Bist Du wirklich demotiviert?

Als Coach kommt man mit einer Vielzahl von Persönlichkeiten in Kontakt, wobei es gerade beim Thema Motivation zwei starke Ausreißer gibt: Die die Motiviert sind, und die die es nicht sind. Zwischen diesen beiden Typen liegt ein riesiger Unterschied, wobei der Begriff „motiviert sein“, oft falsch interpretiert wird

Personen, die keine intrinsische Motivation besitzen, wollen sich eigentlich gar nicht verändern, zumindest nicht für sich selbst. Sie wollen vielleicht abnehmen, oder Muskeln aufbauen, um bspw. beim anderen Geschlecht besser anzukommen, auf Grund des Gesellschaftlichen Drucks, zur liebe des Partners, weil es ihnen vom Arzt empfohlen wurde etc. Aber wenn es nach ihnen ginge, würde sie am liebsten genauso weiter machen, respektive sind sie in keinster Weise dazu bereit den nötigen Preis in Form von Aufwand und Veränderung zu zahlen, um sich zu verbessern

Dann gibt es aber auch die Sorte, die ab und an denken, dass sie demotiviert sind, wobei sie ganz im Gegenteil vielleicht sogar zu motiviert sind und dadurch einen so hohen Anspruch an sich selbststellen, dass der kleinste Stolperer eine riesige Lawine an Problemen mit sich bringt

Wenn du zu letzter Kategorie gehörst und dich selbst abf*ckst, wenn du mal eine Mahlzeit verpasst, oder ein Training nicht wahrnehmen kannst, und dann förmlich die Lust verlierst weiterzumachen, weil du von dir selbst enttäuscht bist, dann bist du NICHT demotiviert (!!) Du hast nur eine sehr hohe, oft vielleicht sogar surreale Erwartungshaltung an dich selbst, dass du dich ebenso leicht auch von dir selbst enttäuschen lässt, wenn mal nicht alles genau nach Plan läuft

Diese Einstellung ist lobenswert, aber leider auch nicht zielführend, und schon gar nicht nachhaltig. Leider können wir eine suboptimale Mahlzeit nicht kompensieren, indem wir in der nächsten Mahlzeit doppelt so gut essen wir vorgesehen, da die planmäßige Mahlzeit bereits dem Optimum entspricht. Wichtig ist also, solche „Fehler“ abzuhaken und möglichst schnell wieder auf den richtigen Pfad zu kommen. Zu einem richtigen Problem werden solche Fehler nämlich erst, wenn du sie auch nachfolgende Entscheidungen negativ beeinflussen lässt!